9. Januar 2020

Startschuss für das neue Wanderknotenpunktsystem in Ostbelgien

Was im Bereich Radfahren in Ostbelgien bereits seit 2004 möglich ist, können bald auch die Wanderer für sich entdecken: Das neue Wanderknotenpunktsystem in Ostbelgien steht kurz vor der Realisierung. Am Freitag, dem 26. April 2019 gab Tourismusministerin Isabelle Weykmans den Startschuss für die Finalisierung des neuen Wanderwegenetzes über insgesamt 1.370 km in Ostbelgien.

 

Ministerin Isabelle Weykmans und Projektleiter Dany Heck schrauben symbolisch eine erste Beschilderung fest. (Foto © ostbelgien.eu)

Im Thommener Dorfhaus hatte Isabelle Weykmans und Sandra De Taeye, Direktorin der Tourismusagentur Ostbelgien, die Projektpartner mit einer kurzen Ansprache begrüßt. „Besonders in den letzten Jahren haben wir große Anstrengungen unternommen und haben eine ganze Reihe Projekte auf den Weg gebracht um unsere Tourismusinfrastruktur zu erneuern und zu erweitern. So werden wir unserer Aufgabe gerecht, indem wir dem Gast immer aktuell, qualitativ wertvolle und seinen Erwartungen entsprechende Angebote auf den Markt bringen“, sagte die Ministerin bei ihrer Ansprache.

Danach erläuterte der Projektleiter Dany Heck von der TAO die einzelnen Schritte, die notwendig waren, um dieses Großprojekt zu realisieren. Symbolisch konnte die Ministerin an diesem Tag das erste der insgesamt über 7.500 Schilder festschrauben, die noch bis zur endgültigen Fertigstellung angebracht werden müssen.

„Viele Menschen fragen sich sicher, welche Bedeutung wohl die vielen Pfosten haben können, die plötzlich und wie ‚über Nacht‘ bereits in den Gemeinden Amel, Burg Reuland und St.Vith aufgestellt wurden“, sagte Sandra De Taeye bei ihrer Ansprache. Sie sprach von einem „Eisberg“ und ging auf die gewaltige Vorarbeit ein, die nach insgesamt fast 10 Jahren Wirklichkeit wurde. Mit einer qualitativ anspruchsvollen Infrastruktur seien nach dem Bereich Rad jetzt auch die nötigen Vorkehrungen im Bereich Wandern getroffen worden, sagte sie weiter. Die Region sei damit für die nächsten Jahre gut aufgestellt und würde den Ansprüchen und Standards der Gäste gerecht.

Neue Wege

Dany Heck verfolgte den Werdegang des Projektes und erklärte die Funktionsweise des neuen Systems, welches auf ähnliche Weise wie das in den vergangenen Jahren sehr erfolgreiche „VeloTour“-Navigationssystem genutzt wird. „Wir nutzen alte Pfade und beschreiten dabei neue Wege in Sachen Beschilderung und Navigation“, fasste der Projektleiter zusammen. Dazu wurde die Fläche Ostbelgiens mit einem Netz aus attraktiven Wanderstrecken überzogen. Die Schnittpunkte der Strecken, die sogenannten „Knotenpunkte“, wurden mit Zahlen versehen und auf dem Streckennetz platziert. Dies ermöglicht es dem Wanderer, die gewünschte Strecke von Punkt zu Punkt zu planen.

Insbesondere für die Planung des gemeindeübergreifenden Wegenetzes – vom ersten Entwurf auf dem Papier, über die konkrete Erkundung auf dem Terrain bis hin zum detaillierten Beschilderungskatasters – konnte die Tourismusagentur Ostbelgien auf die Unterstützung durch die LAG „100 Dörfer – 1 Zukunft“ anhand von europäischen LEADER-Geldern zurückgreifen.

Mit dem online Routenplaner (seit 2013) und der Smartphone-App „GO Eastbelgium“ (2014) war die digitale Version bereits seit einiger Zeit erfolgreich im Einsatz. Die App wird beispielsweise von über 4.000 Anwendern monatlich genutzt. Doch von Anfang an war klar, dass das System auch in der „analogen“ Welt, also in der Landschaft, installiert werden musste. Dies ist jetzt nach einer mehrjährigen Planungs- und Fertigungsphase der Fall: ein Großteil der Holzpfosten an den Wegrändern wurde installiert, die dann nach und nach mit der Beschilderung versehen werden.

Mit der Fertigstellung der Wanderbeschilderung im Süden Ostbelgiens wird Anfang Juli gerechnet. Im September 2019 findet die offizielle Eröffnungsfeier für diesen Bereich statt. In den nördlichen Gemeinden Ostbelgiens beginnt der Aufbau der Wanderbeschilderung voraussichtlich in einer zweiten Umsetzungsphase im Herbst 2019.

Dieses anspruchsvolle Projekt wurde finanziert dank der Zusammenarbeit der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der TAO und der betroffenen, deutschsprachigen Gemeinden. Die Gemeinden haben ihre finanzielle Beteiligung über die Bürgermeisterkonferenz bei „Liège Europe Métropole“ angefragt. Die TAO konnte von der europäischen LEADER – Förderung profitieren.


Weitere Infos unter:

http://go.eastbelgium.com/
www.ostbelgien.eu


Technische Daten

  • Kerndaten:
    Gebiet = DG
    Südliche Gemeinden (Amel, Büllingen, Burg Reuland, Bütgenbach, St.Vith)
    1.866 Holzpfosten & 149 Metallpfosten
    4.874 Schilder
    900 Km WegstreckeNördliche Gemeinden (Eupen, Kelmis, Lontzen, Raeren):
    1.182 Holzpfosten & 48 Metallpfosten
    2.888 Schilder
    470 Km Wegstrecke
  • Material:
    Pfosten aus Douglasie 14 x14 x170 cm mit Diamantkopf, befestigt an Eisenhalterung (galvanisiert) welche mit Beton im Boden verankert wird. Entlang der Nationalstraßen werden Metallpfosten aufgestellt, die den Normen der passiven Sicherheit genügen (Vorgabe des SPW). Hier und da wird auf bestehende Pfosten zurückgegriffen.
  • Beschilderung:
    Es gibt Knotenpunktschilder und Zwischenwegweiser.
    An den Knotenpunkten sind mehrere Richtungsalternativen möglich;
    Die Zwischenwegweiser deuten lediglich die Richtung zu dem ausgewählten Knotenpunkt an. Die Schilder sind mit Inox-Schrauben an den Holzpfosten befestigt.
  • Anwendungen:
    Die Genusstouren sind in der Broschüre bereits mit den entsprechenden Knotenpunkten versehen…
  • Kartenmaterial:
    Kartenmaterial ist in Vorbereitung und soll, in Zusammenarbeit mit dem National Geografischen Institut, bis zum Sommer fertiggestellt werden.
  • Finanzierungspartner:
    Die Finanzierung wird gewährleistet durch die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der TAO, die deutschsprachigen Gemeinden (Bürgermeisterkonferenz mit Unterstützung von Liège Europe Métropole) sowie durch Leader-Förderung)

Timeline – Eckdaten des Projektes

  • 2009-2013: Wegenetzplanung Süd durch die TAO via Leader-Projekt „LAG 100 Dörfer – 1 Zukunft“. Gemeinsam mit den Verkehrsvereinen, den Gemeinden, den Forstbehörden hat die TAO in dieser Projektphase ein Wegenetz definiert, welches als Endprodukt im digitalen Routenplaner sichtbar wurde.
  • 2013: Veröffentlichung des online Routenplaners „GO Eastbelgium“ mit dem Wanderknotenwegenetz im Süden Ostbelgiens;
  • 2014-2020: Beschilderungsplanung Süd, Redaktion eines Lastenhefts, Ausschreibung und Auftragsvergabe der Montage/Materialbeschaffung koordiniert und betreut durch die TAO via Leader-Projekt „LAG 100 Dörfer – 1 Zukunft“;
  • 2014: Entwicklung & Veröffentlichung einer Wander-App „GO Eastbelgium“;
  • September 2014: Erweiterung des Projektes auf die nördlichen Gemeinden;
  • 2015-2016: Wegenetzplanung Nord durch die TAO in Zusammenarbeit mit den Verkehrsvereinen, Gemeinden und den Forstbehörden;
  • 2016-2017: Beschilderungsplanung/Kataster/Mengenverzeichnis Süd (Firma Kaulen);
  • 2017-2019: Beschilderungsplanung/Kataster/Mengenverzeichnis Nord (Firma Kaulen);
  • September-Oktober 2017: Erfolgreicher Test der Wanderknoten-Teststrecke in Burg Reuland anlässlich der „Fotozoektocht“;
  • 2017: Veröffentlichung des digitalen Routenplaners „GO Ostbelgien“ inklusive des Wanderwegenetz Nord, sowie Erweiterung auf Rad & Mtb;
  • 2018: Ausschreibung der Wanderbeschilderung Süd;
  • 2019: Aufbau der Wanderbeschilderung;
  • 2019: Ausschreibung der Wanderbeschilderung Nord;
  • 26. April 2019: Grundsteinlegung der Wanderknotenpunktbeschilderung durch Ministerin Isabelle Weykmans;
  • Juli 2019: Fertigstellung der Wanderbeschilderung im Süden Ostbelgiens;
  • September 2019: Offizieller Eröffnungstermin für den südlichen Teil Ostbelgiens;
  • Herbst 2019: Aufbau der Wanderbeschilderung im Norden.



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Hibbo Tammena
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