21. Februar 2019

Wissing: Kreative Tourismusprojekte in Stadt und Land können starten. Drei Gewinner aus der Eifel!

13 Kommunen haben sich im Wettbewerb „Tourismus mit Profil“ durchgesetzt. Das hat Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing bekannt gegeben. Wissing hatte den Wettbewerb erstmals ausgerufen, um touristische Projekte in Stadt und Land anzustoßen. Die 13 Gewinner können jetzt mit der Umsetzung ihrer Vorhaben beginnen.

„Die Sieger-Kommunen haben kreative, an ihre jeweilige Region angepasste Tourismusprojekte entwickelt. Alle ausgezeichneten Projekte haben im Sinne der neuen Tourismusstrategie Rheinland-Pfalz 2025 zum Ziel, die touristische Wertschöpfung in der Region zu heben. Dies soll insbesondere durch eine engere Zusammenarbeit von Verwaltung und Tourismus mit lokalen Partnern aus Kultur, Land- oder Forstwirtschaft, mit Winzern, Handwerkern oder Einzelhandel gewährleistet werden“, so Wissing. Durch den kooperativen Gedanken werde gewährleistet, dass alle an einem Strang ziehen und im Netzwerk gemeinsam ein neues touristisches Produkt kreieren.

Fast zwei Millionen Euro hält das Wirtschaftsministerium insgesamt zur Förderung der Projekte bereit. 13 Städte und Gemeinden erhalten jeweils bis zu 150.000 Euro Förderung zur Umsetzung ihres jeweiligen Projekts. Ausgezeichnet wurden acht Verbandsgemeinden in der Kategorie „Land“ und zwei in der Kategorie „Stadt“. Zusätzlich gab es den Sonderpreis „Digitalisierung“ für zwei Städte und eine Verbandsgemeinde.

Mit den 13 Projekten geht die neu entwickelte Tourismusstrategie Rheinland-Pfalz 2025 in die praktische Umsetzung vor Ort. Städte und Gemeinden können mit der Umsetzung der auf ihre Region passgenau entwickelten touristischen Vorhaben jetzt beginnen.

„Wir stoßen mit dem Wettbewerb nicht nur 13 lokale Tourismusprojekte an. Wir setzen einen Prozess in Gang, bei dem sich die Städte und Gemeinden landesweit mit den touristischen Potenzialen ihrer Region auseinandersetzten, sich dieser bewusst werden und daraus kreative Angebote entwickeln“, so Wissing.

Anlässlich der Pressekonferenz wurden zwei Projekte beispielgebend vorgestellt:

„Für Trier ging es bei dem Wettbewerb darum, touristische Produkte zu entwickeln, die das besondere Profil der Stadt hervorheben. Wir haben deshalb als älteste Stadt Deutschlands eine Zeitreise in die Geschichte zum Thema gemacht und mit unseren Partner aus Kultur, Gastronomie, Hotellerie und regionalen Erzeugern das Projekt der Trierer Unterwelten erarbeitet. Wir freuen uns sehr, dass wir nun dazu spannende Veranstaltungen umsetzen können“, sagte Norbert Käthler, Geschäftsführer der Trier Tourismus und Marketing GmbH.

Das Projekt „Dahääm bei uns“ der Gemeinde Schönborn in der Verbandsgemeinde Rockenhausen integriert unterschiedliche Potentiale und Leistungen in das Angebot eines qualitativ hochwertigen Ferienhauses. Das Leben einer Dorfgemeinschaft, insbesondere lokaltypische Angebote und die Beteiligung regionaler Betriebe verschmelzen zu einem hochwertigen  touristischen  Produkt: „Dorfleben auf Zeit“. Das neue Konzept soll zudem als Vorbild für zukünftige kreative touristische Offerten in der Region fungieren.

Hintergrundinformationen: Die Projekte werden mit Tourismusmitteln des Landes sowie im Rahmen des LEADER-Ansatzes des  rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramms „Umweltmaßnahmen, Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft, Ernährung“ (EULLE) aus Mitteln der Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER) gefördert.

 

13 Gewinner im Wettbewerb „Tourismus mit Profil in Stadt und Land“

 

Siegerbeiträge Kategorie Stadt

Worms: Ganzjährige Darstellung der Nibelungenthematik im öffentlichen RaumDie Stadt Worms will mit der„Ganzjährige Darstellung der Nibelungenthematik im öffentlichen Raum“ ihr Alleinstellungsmerkmal über die Festspielzeit von zwei Wochen pro Jahr hinaus schärfen und im Stadtbild sichtbar machen. Mit „Krimhilds Rosengarten“, einem Labyrinth aus Rosen, einer Baumgruppe von drei Linden und einer multimedialen Installation zum sagenumworbenen Nibelungenschatz am Rheinufer soll die Sage erlebbar gemacht werden. Das Konzeptsetzt auf die Nibelungen als Alleinstellungsmerkmal von Worms und schärft damit das touristische Profil der Stadt auch über die Zeit der Festspiele hinaus. Mit „Krimhilds Rosengarten“ wird ein touristisch vermarktbares Produkt geschaffen, das ganzjährig barrierefrei erlebbar ist.

Trier: Unterwelten TrierIm Projekt „Unterwelten Trier“ wird das unterirdische Erbe Triers in den Fokusgerückt. So soll das Profil als„älteste Stadt“ Deutschlands weiter geschärft werden. Der Gang in die Unterwelten zeigt die historischenSchichten der Stadt. Verschiedene Orte im Untergrund der Stadt, darunterWeinkeller, Verbindungsgänge, Wasserleitungen und Bunker werden modern bespielt. Ganzjährige Unterwelten-Führungen, Verkostungen lokaler und regionaler Produkte und Weinproben sowie barrierefreieUnterweltführungen (für Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte, für Seh-und Hörbeeinträchtige)sowie Führungen in leichter Sprache sind vorgesehen. Das wetterunabhängige Angebot kann ganzjährig angeboten werden und setztauf Kooperation zwischen Tourismus und lokalen Partnern/Produkten. Das erhöht die Wertschöpfung, insbesondere in den Saisonrandzeiten sowie für Schlechtwettertage.

 

Siegerbeiträge Kategorie Land

Verbandsgemeinde Gerolstein: Vulkaneifel virtuell belebt

DieVerbandsgemeinde Gerolstein greift das regionaltypische Thema Vulkanismus auf und soll die neue Ferienregion im Naturpark Eifel als Einheit präsentieren. Über das Gebiet verteilt sollen Points of Interest (POI) lokalisiert und ausgewählt werden und mit Hilfe von Virtual Reality (VR) Elementen belebt werden.Über die VR-Sequenzen soll die Entstehung und Entwicklung der Eifellandschafftdargestellt werden. Der Gast ist virtuell bei den Prozessen zur heutigen Landschaftsformung dabei. Der Einsatz der Virtual Reality Technik schafft einen Erlebnischarakter, der für jüngere Zielgruppenansprechend sein kann.

Verbandsgemeinde Speicher: Töpfer Erlebnis Welt: Auf der Suche nach dem Glück

Der Wettbewerbsbeitrag „Töpfer Erlebnis Welt“ umfasst die Planung für einen Töpfer-Glücks-Pfad und eine Töpfer-Route durch alle acht Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Speicher. Zur Visualisierung der Töpfer-Erlebnis-Welt ist in allen Gemeinden die Installation eines überdimensionalen „Tonkrugs“ vorgesehen. Abgeleitet aus dem Sprichwort „Scherben bringen Glück“ steht neben dem Töpfern das Motto „Auf der Suche nach dem Glück“ im Vordergrund. Auf dem circa sechs Kilometer langen, leicht begehbaren und größtenteils barrierefreien Rundweg, dem Töpfer-Glücks-Pfad, sollen circa acht Erlebnis-und Glücksstationen angeboten werden.

Verbandsgemeinde Wittlich-Land: Kloster, Kirchen, Wallfahrt und das Fahrrad

Die Verbandsgemeinde Wittlich-Land setzt auf die Themen Kirche,Wallfahrt und Radfahren. Ein 45 Kilometerlanges und quer durch die Verbandsgemeinde Wittlich-Land geplantes Radwegenetz soll bedeutsame Kirchenbauten miteinander verbinden. TragendeSäulen bilden das Kloster Himmerod und die Wallfahrtskirche in Klausen. Mit Infotafeln werden über die am Streckenverlauf liegendenkulturellenEinrichtungen sowie die eifeltypischen Landschaften, ihre Entstehung und Geschichte informiert.Eine jährliche Open Air Veranstaltung, die sich mit der Bedeutung, den Bauten und Brauchtümern befasst, rundetdas geplante Projekt ab.

 

Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels: Trifels-Erlebnis-Land -Wo die Weinstrasse den Pfälzerwald trifft

Das Vorhaben derVerbandsgemeinde Annweiler am Trifelsrückt die Stauferburg Trifels als Wahrzeichen, geographischerMittelpunkt der Urlaubsregion Trifels und als gemeinsames,
2identitätsstiftendes Kulturdenkmal in den Mittelpunkt. Zur Profilschärfungsoll das be-stehende touristische Angebot der Region auf den Trifels ausgerichtet werden. Verbesserungen der touristischen Infrastruktur durch Aufwertung des TrifelErlebnisWegs, der Busverbindung des Trifelsbusses zwischen Stadt und Burg, bei der Erreichbarkeit und der Eingangssituation des Trifels für mobilitätsbeeinträchtigte Menschen sowie neue Angebote wie die TrifelsErlebnisLand-App, die TrifelsBlicke oder die sind geplant. Ergänzt wird das Gesamtpaket durch Trifelsland-Botschafter. Die konsequente Profilschärfung durch die Ausrichtung der Kommunikation auf das Alleinstellungsmerkmal Trifels steht im Fokus.

Verbandsgemeinde Rockenhausen: Dehääm bei uns –Zeit für das Dorfleben -Das Ferienhaus mit Anschluss

In der Verbandsgemeinde Rockenhausen, genauer im Ort Schönborn, will eine ganze Dorf-gemeinschaft zum Gastgeber werden. Das „Alte Schulhaus“ soll als Ferienhaus umgebaut werden, bei der Inneneinrichtung wird auf Regionalität gesetzt. DieDorfgemeinschaftwillihren Gästen „echten Anschluss“, also„Dorfleben auf Zeit“ anbieten. Der Gast hat die Möglichkeit mit Hilfe eines Gästetabletsdie wichtigsten Informationen zur Region, z.B. zu regionalen Produkten und Angeboten aus der Dorfgemeinschaft, z.B. Chorprobe oder Tischtennistraining, abzurufen und daran auch teilzunehmen. Hier wird ein für Rheinland-Pfalz so bisher noch nicht gekanntes oder angebotenes Konzept vorgestellt, das eine andere Art von Urlaub anbietet: Persönliche Betreuung, Kontakt über den Gartenzaun, das Gefühl mittendrin im Dorfleben dabei zu sein –auf Zeit –stehen im Vordergrund. Der Wettbewerbsbeitrag zeigt auf, wie eine spannendeKooperationvon Tourismus, Kultur und Regionalität gelingen kann.

Verbandsgemeinde Rhein-Selz: Kooperation-Kirche-Kultur-Konzert-Kommunen-Kulinarik

DieVerbandsgemeinde Rhein-Selz sieht in ihrem Konzept die sensible und hochwertige touristische Bespielung in ausgewählten Kirchen der Region wie der Kirche in Guntersblum, der Martinskirche in Nierstein und der Katharinenkirche in Oppenheim vor. Die Planungen umfassen kulturelle Veranstaltungen, geführte Touren und kulinarische Angebote. Bestehende Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen oder Diskussionsrunden sollen erweitert werden. Wanderungen, Rad-oder Bustouren zu weiteren besonderen Kirchen sinddenkbar. Der Beitrag mit dem Schwerpunkt Kirchen vernetzt die Region thematisch. Das saisonunabhängige touristische Produkt bietet Potenzial für Schlechtwettertage und eine Belebung außerhalb der Hauptsaison.

Verbandsgemeinde Loreley: Auf den Spuren der Loreley

Die Verbandsgemeinde Loreley will mit ihrem Wettbewerbsbeitrag den Mythos Loreley für Besucher „auf andere Art und Weise“ erfahrbar und erlebbar machen. In Mitmachprojekten mit regionalen Künstlern oder Kunsthandwerkern können Besucher die Themen Rheinromantik und Loreley eigenständig kreativ umsetzen. Die Ergebnisse der Workshops sowie Werke der jeweiligen Künstler werden in wechselnden Ausstellungen im Loreley Besucherzentrum ausgestellt und können dort käuflich erworben werden. Abgerundet wird das Projekt durch die Möglichkeit von Schifffahrt rund um die Loreley, einem Angebot von Picknickkörben mit regionalen Produkten sowie speziellen Übernachtungsangeboten.

Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg: TIMETRAVEL –mitten im DAMALS

Der Beitragder Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberggeht vom Profilierungspotenzial der ehemaligenZisterzienserabteikirche aus. Sie gehört zu den am besten erhaltenen Sakralgebäudenaus der Blütezeit des Zisterzienser Ordens. Mit Hilfe von Virtual Reality (VR) Brillen soll der Gast hier künftig in die Welt der Zisterzienser eintauchen. Dabei erlebendie Besucher die Gründung des Klosters sowie den geschichtlichen Zeitablauf der Erdentstehung.Historisches wird mit moderner Technik erlebbar gemacht.

 

Sonderpreise Digitalisierung

Neustadt an der Weinstraße: STADT der Demokratie

Die Stadt Neustadt an der Weinstraße legt den Fokus aufdie Geschichte der Demokratie als Alleinstellungsmerkmal der Stadt und ihrerRegion. Mit Hilfe eines digital inszenierten Stationenweges von Neustadt a.d.W.zum Hambacher Schloss erleben die Gäste die Geschichte des Hambacher Festes 1832 und deren Bedeutung für die Demokratie. An ca. sechs Stationen sollen Inszenierungen mittels Video, Bildern, Texten und Augmented Reality-Elementen auf der historischen Zugstrecke realitätsnahe Eindrücke der Geschichtevermitteln. Berücksichtigung finden auch der besondere landschaftliche Reiz des Haardtrands, die Schlossumgebung sowie ausleihbare Picknickkörbe mit Spezialitäten aus der Region alsWegzehrung. Das „Fest der Demokratie“ am jeweils letzten Wochenende im Mai bietet eine ergänzende Möglichkeit,den Weg der Demokratie kulturell und touristisch zu vermarkten.

Kaiserslautern: Herzlichdigital auf Barbarossas Spuren

Der Beitrag der Stadt Kaiserslautern greift die bewegte Geschichte von Kaiser FriedrichI „Barbarossa“ und seiner Kaiserpfalz auf und wird in die Neuzeit übersetzt. Dazu knüpft Kaiserslautern an sein Imageals„Digitale Stadt“ an. Hier wurden bereits vielfältige Projekte unter dem Slogan „Herzlich digitale Stadt“ auf den Weg gebracht, die nun auch touristisch eingebettet und vermarktet werden sollen.Kaiserslautern plant die Entwicklung eines Stadtrundgangs, derdurch digitale Inszenierungender bedeutendsten Sehenswürdigkeiten die Möglichkeit eröffnet, das historische Erbe authentisch zu erleben.An entsprechenden „Portalen“ werden mittels Augmented Reality-Elementen Einblicke in die Vergangenheit der Stadt ermöglicht. „Barbarossa“ soll für fokussierte Zielgruppen wieFamilien, Kinder und junge, technikaffine Menschen jeden Alters digital mit Hilfe von Storytelling aufgearbeitet werden. Mit dem Projekt „Herzliche digital auf den Spuren Barbarossas“ werden die Besonderheiten von Kaiserslauternals„Stadt mit Geschichte“ und „digitale Stadt“ authentisch zu einem touristischen Produkt zusammengefasst.

Verbandsgemeinde Rhein-Nahe: Sagenhafte Rheinromantik

Die prägende Kulturepoche der Rheinromantik, die baulich, literarischund künstlerisch in der Region präsent ist, wird im Projekt „Sagenhafte Rheinromantik“ modern aufgearbeitet. Rheinsagen sollen digital inszeniert und die Inhalte spielerisch und interaktiv transportiert werden. Auf vier Burgen sollendie Rheinsagen mit Hilfe einer App über Film-und Audiobeiträgedurch„Storytelling“erzählt und zu einem Mitmach-Spielaktiviertwerden. Ein gemeinsamesBurgfest auf den Partnerburgen als Eröffnungsveranstaltung ist geplant. Burgen und Schlösser mit Erlebniselementen der Gamification und Digitalisierung touristisch in Wert zu setzen,ist ein neuer Ansatz. Die Neuartigkeit dieserbehutsamen Inszenierung der UNESCO Welterbestätten will die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe am Beispiel ihrer Burgenerproben. Der Ansatz einerdigitalen spieleorientierten Inszenierung der Rheinsagen spricht neue Zielgruppen, beispielweise Schulklassen, an. Auch soll gezielt die Nebensaison belebt und ein wertschöpfungsförderndes Alternativprogramm für Schlechtwettertage angeboten werden.

 

 

Kontakt:

Nicola Diehl
Pressesprecherin
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
Tel. 06131/16-2220

 




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Hibbo Tammena
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